Was bedeutet "Brokerage" eigentlich?

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Zuletzt aktualisiert: 19. Dezember 2019

Das Wichtigste in Kürze

  • „Brokerage“ ist im Finanzsektor und anderen Gebieten die Vermittlung zwischen Käufern & Verkäufern. Eine andere Bezeichnung dafür ist auch „Broker“ - auf Deutsch soviel wie "Vermittler".
  • Der Service wurde früher von menschlichen Mitarbeitern ausgeführt. Heutzutage passiert dies vorwiegend online.
  • Pro Auftrag wird eine Transaktionsgebühr verrechnet. Von teuer bis nahezu kostenlos ist alles möglich. Der Unterschied ist der Umfang der sonstigen Leistungen.

Als Brokerage wird die Tätigkeit eines Maklers bezeichnet. Ein Makler ist der Vermittler zwischen zwei Parteien und bekommt für diesen Dienst in der Regel eine Vermittlungsprovision bzw. Kommission ausgezahlt. Brokerage kann entweder von einer natürlichen Person oder einem Unternehmen ausgeführt werden. In beiden Fällen ist die Bezeichnung „Broker“ geläufig.

Letzteres ist auch die heute gängige Bezeichnung. „Brokerage“ als Begrifflichkeit wird heutzutage kaum mehr benutzt.

Brokerage-Services kommen in allen möglichen Branchen vor. Ein Beispiel dafür sind Immobilienmakler. In der Finanzwelt sind Broker vorwiegend dafür bekannt, dass diese im Auftrag des Kunden Wertpapiere wie beispielsweise Aktien kaufen und verkaufen, da man diese nicht direkt von der Börse beziehen kann.

Bei manchen Produkten wie Derivaten wird hingegen ein Differenzausgleichsvertrag mit dem jeweiligen Broker abgeschlossen.

Diesem Mittelsmann werden also umfangreiche Rechte aber auch Verpflichtungen aufgetragen Da oft große Summen im Spiel sind, sind Brokerage-Unternehmen umfangreich reguliert und nicht jeder kann diese Dienstleistung anbieten.

Ein Broker kann in verschiedenen Ausformungen am Markt auftreten. Oft steht nur die reine Vermittlungsleistung im Vordergrund, welche besonders günstig angeboten werden kann („Discount-Brokerage“). Manchmal verlangen Kunden aber auch umfangreiche Beratung und proaktives Informieren über gute Kaufgelegenheiten oder ungewöhnliche Marktsituationen.

Eine persönliche Beziehung zum Broker, wie diese in 70er oder 80er Jahren noch gepflegt wurde, gibt es heute meist nicht mehr, da sich alles online abspielt und Brokerage durch intuitive Applikationen so vereinfacht wurde, dass der Kunde die Aufträge selbst aufgeben kann.

Neben den günstigeren Ausführungen hat dies aber noch einen weiteren Vorteil: Broker waren früher oft mit bestimmten Aktienunternehmen nahestehend und wurden dazu gedrängt, Empfehlungen für im Grunde wertlose Unternehmen auszusprechen.

Brokerage wird erschwinglicher

Wird nur die reine Vermittlung benötigt, kann der Fokus auf Gebühren gelegt werden, da die qualitativen Unterschiede in dem Fall kaum bis nicht vorhanden sind. Für die Kompensation der Brokerage-Leistung verrechnen Broker entweder eine fixe Gebühr, eine anteilige oder eine Kombination aus beidem.

Durch die Verbreitung des Internets sind auch die Preise für Brokerage immer weiter gesunken. Manche Anbieter treiben es hierbei ins Extreme und bieten dies sogar kostenfrei an.

Zwar können bei manchen Anbietern Orders noch per Telefon aufgegeben werden. Die Kosten dafür sind jedoch derart hoch, dass es sich nur bei sehr großen Beträgen auszahlt. Wirklich nötig ist es glücklicherweise aber nie.

Sebastian Neumer

Sebastian Neumer

Der begeisterte Privatinvestor und Fintech-Enthusiast schreibt regelmäßig Ratgeberartikel in den Bereichen Geldanlage & Finanzen. Nach vielen Jahren im Sales-Bereich und simultanem Studium der Wirtschaftswissenschaften, entschied er sich, sein erworbenes Wissen als Finanzjournalist weiterzugeben.
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